Priska Hinz

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Priska Hinz ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), die über Jahrzehnte hinweg auf kommunaler, Landes- und Bundesebene wirkte und besonders im Umwelt- und Verbraucherschutz in Hessen prägend war.

Leben

Priska Hinz wurde am 10. März 1959 in Diez an der Lahn geboren.[1][2] Nach dem Realschulabschluß 1974 an der Comenius-Schule in Herborn besuchte sie die Fachschule für Sozialpädagogik in Limburg an der Lahn und schloß 1977 als Erzieherin ab.[3] Sie war sodann als Erzieherin im Kinderheim des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes in Herborn tätig (1977–1979), leitete danach eine Kindertagesstätte in Frankfurt (1979–1982) und arbeitete kurzzeitig in Friedrichsdorf (1982).[4] Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Söhnen.[5]

Politischer Werdegang

Seit 1980 gehört Hinz der Partei Bündnis 90/Die Grünen an.[6] Ab Mitte der 1980er Jahre war sie aktiv in mehreren kommunalen Parlamenten, darunter die Stadtverordnetenversammlungen von Friedrichsdorf sowie Maintal – dort war sie von 1989 bis 1994 Stadtkämmerin und Dezernentin für Soziales.[7]


Im Hessischen Landtag saß sie in den Legislaturperioden 1985–1989, 1995–1998, 1999–2005 und zuletzt 2019 bis 2024; sie bekleidete teils Fraktionsämter wie stellvertretende Fraktionsvorsitzende und zeitweise Fraktionsvorsitzende.[8] Von 1994 bis 1995 war sie Staatssekretärin und Bevollmächtigte Hessens beim Bund.[9] 1998/99 war sie Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Jugend, Familie und Gesundheit.[10]


Von 2005 bis 2014 gehörte sie dem Deutschen Bundestag an, anschließend wurde sie ab dem 18. Januar 2014 Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – ein Amt, das sie bis zum 18. Januar 2024 innehatte.[11] Zudem war sie Mitglied des Bundesrates in den Jahren 1998/99 sowie von 2014 bis 2024.[12]

Politische Positionen

Priska Hinz setzte sich besonders für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz ein. So leitete sie zahlreiche Projekte, darunter die EU-LIFE-Renaturierung der Gisselberger Spannweite zur Förderung gefährdeter Arten.[13] In ihrer Amtszeit als Umweltministerin initiierte sie unter anderem „100 Wilde Bäche für Hessen“, Ökomodellregionen und konkrete Naturschutzprojekte, warb für nachhaltige Landwirtschaft und Klimapläne.[14] Inmitten ihrer Amtszeit war sie auch mit Krisen betraut, etwa dem Umgang mit dem „Wilke“-Listeriose-Skandal und später erneutem Druck in Zusammenhang mit weiteren Hygienemängeln in der Lebensmittelbranche.[15] Ende 2023 kündigte sie ihren Rückzug an: Nach nahezu vier Jahrzehnten in der Politik wolle sie sich künftig auf Familie und persönliche Freiräume besinnen.[16]

Einzelnachweise