Grüne Mitte

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Die Grüne Mitte ist ein Naherholungsgebiet zwischen den Maintaler Stadtteilen Bischofsheim im Norden, Hochstadt im Nordosten und Dörnigheim im Osten. Südlich der Grünen Mitte ist der Main und westlich ist Ackerland. Entstanden ist das Gebiet dem Ende der 70er Jahre.

Das Gebiet besteht aus Ackerland, Grünland, drei jeweils ca. 7 Hektar[1] großen Seen und einem ca. 50 Hektar[2] großen Wald. Es laufen wichtige Verkehrsverbindungen durch die Grüne Mitte: die Eisenbahnlinie Frankfurt-Hanau, die Bundesautobahn A66 und die Frankfurter Landstraße (L 3268).[3]

Geschichte

Zentrum der neuen Stadt

Der Bürermeister Erwin Henkel plante, zwischen Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt im Grünen das bereits errichtete Schwimmbad um Rathaus, Post und ein Warenhaus zu ergänzen und so ein Stadtzentrum zu schaffen. Ohne einen städtischen Mittelpunkt würde Maintal keine richtige Stadt werden, meinte Henkel.[4]

Wald

Im Osten der Grünen Mitte ist ein 50 Hektar großes Waldgebiet. Es befindet sich südlich der Bahnlinie Frankfurt-Hanau und nördlich der Frankfurter Landstraße. Östlich des Waldes ist die Straße In der Kirschschal und westlich ist der Höllsee und die Straße Im Linnen.

Bis Ende des Zweiten Weltkrieges war das Gelände Ackerland. Als zum Wiederaufbau Frankfurts Kies benötigt wurde, enstanden auf dieser Fläche Gruben, die sich allmählich mit Grundwasser gefüllt hatten. Diese Seen wurden in den Jahren 1969 bis 1974 schließlich beim Bau der Frankfurter U-Bahn mit dem angefallenen Erdaushub verfüllt. Um sicherzustellen, dass dort Pflanzen wachsen können, musste die Stadt Maintal für 200.000 DM das Gelände mit Mutterboden abzudecken. Die Aufforstung, die nochmals 25.000 DM je Hektor kostete, musste Maintal nicht alleine tragen. Ende der 1970er Jahre begann die Stadt Maintal zusammen mit der Frankfurter Flughafen AG, das Ödland mit Hainbuche, die Erle, Esche, Linde, Rot- und Stileiche zu bepflanzen. Die Frankfurter Flughafen AG gab je Hektar 15.000 DM dazu, weil sie für die Startbahnverbreiterung Wald abgeholzt hatte und zu einer Ersatzaufforstung in der Umgebung verpflichtet war. Dieses neue Waldstück sollte erstens den Zweck erfüllen, Dörnigheim und Hochstadt vor Abgasen zu schützen, und zweitens ein Naherholungsgebiet mit 40 Hektar Grünland und drei Baggerseen bilden.[5]

Seen

In der Grünen Mitte befinden sich drei Seen. Der nördlichste See, der Anglersee, ist in Hochstadt und direkt südlich der A66. Die beiden anderen Seen befinden sich in Dörnigheim: Der Surfsee ist ca. 240 Meter südlich den Anglersees und nördlich der Eisenbahnlinie; und der Höllsee ist südlich der Eisenbahnlinie, ca. 475 Meter vom Surfsee entfernt. und nördlich der Frankfurter Landstraße.

Alle drei Seen sind durch Bäche miteinander verbunden. Die Braubach fließt aus dem Osten in den Surfsee und dann über den Höllsee in den Main. Durch den Anglersee fließt der Landgraben (Waidbach[6]) westlich den Maintalbads in die Braubach.[7]

Entstanden sind die drei Gewässer als für den Bau der A66 Kies ausgebaggert wurde. Dafür wurde das Bundesministerium für Verkehr Eigentümer der jeweiligen Gebiete. Die Gemeinde Bischofsheim hatte sich eine Übereignung der Seen nach vollendetem Autobahnbau zugesichert, jedoch nicht schriftlich. Daher konnte die Stadt Maintal die Seen nicht kostenlos beanspruchen. Sie einigte sich mit dem Verkehrsministerium auf einen Quadratmeterpreis von 1,75 DM (2,5 DM wurden gefordert, 1 DM betrug das Angebot der Stadt). Der Magistrat hatte nach der Einigung seine Bereitschaft zum Erwerb der Seen erklärt, jedoch forderten die Maintaler Vogelschutzgruppe und die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz die Einrichtung eines Naturschutzgebietes am Surfsees. Dadurch würde das Interesse der Stadt ganz erlischen oder sich auf die beiden nördlichen Seen reduzieren.[8]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.1980, S. 31.
  2. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.1979, S. 52.
  3. Vgl. Plan Grüne Mitte 22.4.2002 https://web.archive.org/web/20210910094208/https://daten2.verwaltungsportal.de/dateien/seitengenerator/8f74b2a02acb46276bfde4edaf30666b99276/plan_gruene_mitte.pdf (aufgerufen am 10.09.2021).
  4. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.1975, S. 20.
  5. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.1979, S. 52.
  6. Vgl. Plan Grüne Mitte 22.4.2002 https://web.archive.org/web/20210910094208/https://daten2.verwaltungsportal.de/dateien/seitengenerator/8f74b2a02acb46276bfde4edaf30666b99276/plan_gruene_mitte.pdf (aufgerufen am 10.09.2021).
  7. Vgl. Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (10.09.2021).
  8. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.1980, S. 31.